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Tanz der Teufel 1

 

Wir kriegen dich!

 

Als der damals knapp 23-jährige Samuel R. Raimi 1982 seinen Film The Evil Dead in die Kinos brachte, brach für das Horrorfilmgenre ein neues Zeitalter an: Auf dem Gebiet der Spezialeffekte, der Erzählweise und des Humors in diesem Genre seiner Zeit um Jahre voraus, avancierte der hierzulande unter dem sinnfälligen Titel Tanz der Teufel bekannt gewordene Film in kürzester Zeit zum „Referenzwerk“ für alles, was im Horrorgenre nach ihm kommen würde – und stand für ziemlich lange Zeit allein auf weitem Feld.

Worum es geht: Fünf Jugendliche wollen ein Wochenende in einer Waldhütte verbringen. Das Häuschen, in das sie sich einquartieren, macht von Anfang an einen unheimlichen Eindruck: Es sieht aus, als hätte bis vor kurzem noch jemand darin gelebt und wäre Hals über Kopf geflüchtet. Und tatsächlich finden Ashley (Bruce Campbell) und Scott (Hal Delrich) im Keller ein Tonbandgerät und einige skurrile Gegenstände, mit denen sie sich einen gruseligen Abend bescheren wollen. Auf dem Tonband ist ein Tagebuch aufgesprochen, auf dem der vormalige Bewohner des Hauses schildert, wie „Dämonen des Waldes“ zuerst von seiner Frau besitz ergreifen und schließlich auch ihm nach dem Leben trachten. Die Dämonen werden erweckt durch eine magische Formel, die ebenfalls auf das Tonband gesprochen ist. Ashley und seine Freunde nehmen die zahlreichen Warnhinweise nicht ernst und spielen die Beschwörungsformel ab. Was daraufhin geschieht, mündet in das groteskeste Blutbad, das die Geschichte des Kinos bis zu diesem Zeitpunkt erlebt hat. Ich verrate nichts weiter: Wer den Film tatsächlich noch nicht kennen sollte: Viel Spaß!

Tanz der Teufel wurde damals kurz nach dem Deutschlandstart am 2. Juli 1984 bundesweit eingezogen. Doch jegliches Verbot konnte seinem Ruhm keinen Abbruch tun: Bis zum Jahr 1992, als der Film schließlich – stark gekürzt – wieder freigegeben wurde, war Tanz der Teufel der wohl bekannteste Horrorfilm in Deutschland. Diesen Film musste man gesehen haben, um dazu zu gehören: So oft wie möglich und ganz gleich in welcher Kopiequalität - ein echtes Initiationsritual also.

Die Restriktionen und Qualitätsmängel scheinen nun beendet, denn im November 2000 preschte die Firma Astro ein weiteres Mal voran und brachte The Evil Dead unter dem Titel Tanz der Teufel 1 in einer der damaligen VCL-Version identischen, ungekürzten Fassung und mit gestochen scharfem Bild wieder auf den Markt – lang genug hat es gedauert. Die Eins hinter dem Titel deutet (hoffentlich) an, dass uns in Kürze wohl auch die beiden in Deutschland bislang stark gekürzten Sequels Evil Dead 2 – Dead by Dawn (1986) und Evil Dead 3 – Army of Darkness (1992) in unzensierter Fassung aus dem Hause Astro bevorstehen. Man darf gespannt sein.

 

Stefan Höltgen

 

Dieser Text ist zuerst erschienen in: F.LM - Texte zum Film

Zu diesem Film gibt’s im archiv mehrere Texte

 

Tanz der Teufel

(The Evil Dead, USA 1982)

aka. Tanz der Teufel 1

aka. Book of the Dead

aka. Casa, La

aka. Opéra de la terreur, L'

aka. Evil Dead - Posesión infernal

 

Regie: Sam Raimi

Drehbuch: Sam Raimi

Spezialeffekte: Tom Sullivan, Bart Pierce

Freigabe: ab 18 Jahre

Genre: Horror

Kamera: Timo Philo

Musik: Joe Loduca

Produzent: Robert G.Tapert

Länge: 82 Minuten (PAL)

Dt. Start: 10.02.1984

Darsteller: Bruce Campbell (Ashley “Ash” J. Williams), Ellen Sandweiss (Cheryl), Rich Demanincor aka Hal Delrich (Scotty), Betsy Baker (Linda), Theresa Seyferth aka Sarah York aka Theresa Tilly (Shelly)

 

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