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Out of Sight

 

Liebe im Kofferraum

 

George Clooney als Gentleman-Gauner

 

Das heißeste Paar des Jahres, ach was sag ich, des Jahrzehnts! Schon lange wurden keine derart verführerischen Identifikationsfiguren auf der Leinwand präsentiert: Mr. Megacool George Clooney (From Dusk till Dawn) und Ms. Sexy Jennifer Lopez (U-Turn) in der bis dato gelungensten Elmore Leonard-Verfilmung (Get Shorty, Jackie Brown), einer absurd-genialen Liebesgeschichte.

 

Mit Out of Sight liefert Independent-Ikone Steven Soderbergh (Sex, Lies and Videotape) eine temporeich inszenierte, gut gespielte und elegant fotografierte Crime-Action-Romance ab. Mit Hauskameramann Davis Elliot und dem Production Designer Gary Frutroff entwirft Soderbergh eine perfekt durchgestylte Atmosphäre, die die Handlung virtous untermalt.

 

Als beim Gefängnisausbruch des sympathischen Bankräubers Jack Foley (Clooney) einiges schiefläuft, landet er plötzlich im Kofferraum des Fluchtautos - allerdings nicht allein. Bundesmarshal Karen Sisco (Lopez) ist mit von der Partie. In der Enge kommt man sich zwangsläufig näher. Und obwohl Karen gar nicht nachvollziehen kann, wieso sich das Entführungsopfer Faye Dunaway so schnell in den Täter Robert Redford verliebte (ein Gesprächsthema während der Fahrt ist Sydney Pollacks Drei Tage des Condor), entbrennt sie in einem für sie selbst unverständlichen Verlangen zu dem charmanten Ganoven. Dem geht`s nicht anders.

Aber das Umfeld der beiden setzt alles daran, diese hochexplosive Mischung zu verhindern. Karens Vater (Denis Farina), ein ehemaliger Bundesmarshal, der seiner innig geliebten Tochter schon mal eine Handfeuerwaffe zum Geburtstag schenkt, sah alle Beziehungen seines Schätzchens mit Mißtrauen. Gegen den angeblich in Trennung lebenden FBI-Agenten Ray Nicolet (fantastischer Gastauftritt von Michael Keaton, der schon Pam Grier in Jackie Brown das Leben schwer machte) hatte er einiges einzuwenden, und jetzt gleich ein Krimineller!

Auch Jacks Kumpel Buddy (Ving Rhames) ist nicht begeistert von dessen Idee, sich mit Karen zu treffen. Zudem sind Jack und Buddy gerade dabei, das letzte große Ding ihres Lebens vorzubereiten. Unbeirrt steuern Karen und Jack (nicht nur) auf einen der erotischsten und phantasievollsten Höhepunkte des Kinos zu.

 

Nikolaj Nikitin

 

Diese Kritik ist zuerst erschienen im:  schnitt

 

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