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Das Loch

Der Schwarzweißfilm Le Trou (Das Loch) von 1960, beruht auf einer wahren Begebenheit.

 

Der Plot ist so schnell erzählt wie spannnend umgesetzt: Es geht um einen Ausbruchsversuch von fünf Insassen eines Gefängnisses.

Darauf errichtet der Regisseur Jacques Becker die Konfliktthemen des Films Ehre, Freundschaft und Vertrauen mit einer fast meditativen Strenge und beklemmender Eindringlichkeit. Sie werden in der Enge der Zelle mit einer kammerspielartigen Brisanz aufbereitet.

 

So dreht sich der Film einmal um die technische Machbarkeit des Ausbruchs und den Erfindungsreichtum, die Behutsamkeit und den Durchhaltewillen der Protagonisten. Dabei lebt der Film von seinen Suspense- und Überraschungs-Elementen.

 

Zum anderen zeigt der Film, dass der Ausbruch nur als Team und nur dann gelingen kann, wenn alle Zellen-Insassen an einem Strang ziehen, wenn eben gewisse moralische Prämissen erfüllt sind. Genau diese Annahme soll sich am Ende als fatal erweisen ... ein pessimistisches Szenario menschlicher Moral.

 

Jacques Becker (1901-1960), ein Schüler von Jean Renoir (1894-1979), dem großen Meister des Poetischen Realismus, drehte Le Trou in der Tradition des Film noir. Licht und Ton werden genial pointiert eingesetzt, die Charaktere bleiben bewusste Schatten ihrer selbst. Die Schauspieler spielen mit einer realistischen Eindringlichkeit, die Ihresgleichen sucht.

 

Ein Film, der nicht nur für Filmfreaks mit historischem Interesse spannend sein dürfte.

 

Wolfgang Melchior

 

Dieser Text ist zuerst erschienen in: kinolounge.de

 

Das Loch

Le Trou

Frankreich / Italien 1960

Regie: Jacques Becker

Auf DVD ist der Film in einer Criterion Edition auf Französisch mit englischen UT in Widescreen (anamorph) und Mono herausgekommen. Dauer: 131 min.

 

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