zur startseite
zum archiv
Andrej
Rubljow
Die Entstehungsgeschichte von
ANDREJ RUBLJOW, Tarkowskijs zweitem großen Film, ist eine kinematografische
Passionsgeschichte, die in den Auseinandersetzungen um seine öffentliche
Verbreitung eine tragikomische Fortsetzung erfuhr. Die Idee zu einem Film über
den spätmittelalterlichen Fresken- und Ikonenmaler Rubljow entwickelte
Tarkowskij schon 1961; von Beginn an war vorgesehen, in Schwarzweiß zu
drehen. Gemeinsam mit dem Autor und Regisseur Andrej Michalkow-Kontschalowskij
schrieb er ein Drehbuch, das bereits die frühe Aufmerksamkeit von Rezensenten
fand, in der Zeitschrift Iskusstwo kino abgedruckt und später ins Französische übertragen
wurde. Die Dreharbeiten fanden 1964/65 statt; Ende 1966 wurde der Film einem
kleinen Kreis moskauer Cineasten vorgeführt. 1967 nominierten ihn die Sowjets
für die Filmfestspiele in Cannes, zogen ihn jedoch wegen »künstlerischer
Mängel« wieder zurück - angeblich im Einverständnis mit
dem Regisseur. 1968 strich die Festivaldirektion in Venedig sämtliche sowjetischen
Filme vom Programm, weil die Bedingung, ANDREJ RUBLJOW zur Aufführung freizugeben,
von sowjetischer Seite nicht erfüllt worden war. Länger als zwei Jahre
war der Film in der UdSSR unter Verschluß, ohne daß die Gründe
für diese Behinderung jemals öffentlich bekannt wurden. Hingegen sickerte
durch, daß sich Tarkowskij bestimmten Schnittauflagen beugen mußte;
angeblich konnte er jedoch durchsetzen, daß nur wenige Meter aus dem insgesamt
etwa dreistündigen Film von der Zensur indiziert wurden. »Unter den
herausgeschnittenen Szenen befindet sich die naturalistische Schilderung der
Verbrennung einer lebenden Kuh und die Marterung eines Russen durch Tataren.
Auch eine Szene, in der ein Hund auf äußerst drastische Weise zu
Tode gepeitscht wird, ließ die Zensur nicht durchgehen.«
[Auf der Grundlage einer UPI-Meldung erschien diese Nachricht
im März 1969 in zahlreichen deutschsprachigen Tageszeitungen. Hier zit.n.
Ulrich Gregor, in: Tagesspiegel vom 12. August 1973. - Turowskaja, a.a.0., 5.50,
berichtet, Tarkowskij selbst habe den ursprünglich 5642 Meter langen Film
freiwillig um 400 Meter gekürzt; später seien noch einmal 174 Meter
herausgeschnitten worden]
Als der Film im Februar 1969 eine
erste, halboffizielle Aufführung in Moskau erlebte, schien der Bann gebrochen
- die westlichen Cineasten fieberten der endgültigen Freigabe eines Meisterwerks
der neueren sowjetischen Kinematografie entgegen. Tatsächlich konnten sie
im gleichen Jahr auf den Filmfestspielen in Cannes den Film besichtigen - im
Rahmen einer von einer französischen Verleihgesellschaft organisierten
Sondervorführung, die von der sowjetischen Delegation jedoch offenbar als
feindseliger Akt aufgefaßt wurde; jedenfalls entschied sie sich, noch
am Vorabend unter Protest aus Cannes abzureisen. Ein Exportverbot verhinderte
für die nächsten vier Jahre jede weitere Aufführung des Films
außerhalb der Sowjetunion. Erst 1973, nach einigen Aufführungen in
der DDR, fielen die letzten Schranken; im August des Jahres wurde ANDREJ RUBLJOW
erstmals im westdeutschen Fernsehen gezeigt; im Dezember fand im berliner Kino
Arsenal die Erstaufführung für die westdeutschen Kinos statt.
In einer 1971 von der moskauer
Komsomolskaja Prawda veröffentlichten Besprechung wurde das Lebenswerk
des Malers Andrej Rubljow eine »Sternstunde« genannt, »in
welcher der russischen Kunst ein mächtiger, heller Strahl des Humanismus
geboren (wurde), um dort jahrhundertelang zu leben« [G.Ognjew,
in: Komsomolskaja Prawda vom 25. Dezember 1971. Die Übersetzung wird hier
zitiert nach einer Materialzusammenstellung von Eva Hoffmann für die Woche
des sowjetischen Films in Wiesbaden vom 28. Mai bis 4. Juni 1972]. Rubljows Miniaturen, seine Wandgemälde
und vor allem seine Ikonen begründeten die moskauer Malschule. Seine Lebensdaten
sind nicht gesichert; allgemein wird angenommen, daß er zwischen 1360
und 1370 geboren wurde und 1427 (oder 1430) als Mönch im Andronow-Kloster
starb. Ebenso sind die meisten Werkzuschreibungen nicht vollständig geklärt,
da Rubljow vielfach mit anderen Malern zusammengearbeitet hat - in Wladimir
zum Beispiel mit Daniel Tschornyj, der in Tarkowskijs Film als Danül wiederkehrt.
Auch die Zusammenarbeit mit Theophanes dem Griechen in der moskauer Verkündigungskathedrale
ist ein wichtiges Motiv des Films. Theophanes (auch Feofan Grek, ca. 1330 bis
1410) kam um 1370 nach Rußland. Er gilt als Vertreter des spätbyzantinischen
Malstils und hat Rubljow zweifellos angeregt; andererseits hat dieser mit seinen
subtilen Farbnuancen und lyrischen Akzenten (am deutlichsten sicher in der berühmten
Dreieinigkeitsikone des Troiza-Sergejewskij-Klosters in Moskau) eine Gegenposition
zum hieratischen Monumentalismus des Theophanes bezogen und neue Ausdruckselemente
in die russische Kunst des 15.Jahrhunderts eingeführt.
*
Der Prolog hat zur Person Rubljows
keinen unmittelbaren Bezug. Russische Bauern lassen vor einer Kirche einen Heißluftballon
in die Höhe steigen; wir hören den Ausruf des Ballonfahrers Jefim:
»Ich fliege ja!«; wir sehen aus der Vogelperspektive die Landschaft dahingleiten
und erleben, mit subjektiver Kamera gefilmt, den Absturz. Ein sterbendes schwarzes
Pferd symbolisiert das jähe Ende eines Traums. - Die folgenden acht Kapitel,
filmische »Novellen«, umspannen mit zum Teil großen Zeitabständen
fast fünfundzwanzig Jahre aus dem Leben Rubljows - ein Vierteljahrhundert
russischer Geschichte.
Der Gaukler, 1400
Drei Mönche, Rubljow (Anatolij
Solonizyn), Kyrill (Iwan Lapikow) und Danül (Nikolaj Grinko), suchen Arbeit
als Ikonenmaler; sie sind auf dem Weg nach Moskau. Der Regen treibt sie in eine
Hütte, wo ein Gaukler vor den Bauern seine Späße treibt. Soldaten
bemächtigen sich des Gauklers und schleifen ihn mit Gewalt davon.
Theophanes der Grieche, 1405
Während auf einem Dorfplatz
das Volk einer Hinrichtung beiwohnt und die Schreie des Verurteilten zu hören
sind, begegnet Kyrill in der Kirche dem berühmten Maler Theophanes (Nikolaj
Sergejew) und wirbt, in deutlicher Rivalität zu Rubljow, um seine Gunst.
Theophanes schlägt ihm vor, er könne ihm bei den Malereien in der
moskauer Verkündigungskathedrale als Gehilfe zur Hand gehen. Kyrill willigt
ein; er besteht aber darauf, daß ihm der Auftrag in Anwesenheit Rubljows
erteilt werde. Wider Erwarten ergeht der Auftrag jedoch nicht an Kyrill, sondern
an Rubljow. Dieser nimmt Abschied von seinem Freund und Lehrer Danül, der,
zunächst von Konkurrenzneid erfüllt, sich beim Abschied versöhnt
zeigt und Rubljows Freude teilt, Kyrill allerdings kann seine Demütigung
nicht verwinden; unter Schmähreden gegen die Verlogenheit des Klerus verläßt
er das Kloster.
Die Passion laut Andrej, 1406
Rubljow ist mit seinem Schüler
Fomka und Theophanes auf Wanderschaft. Theophanes beschwört die Vergänglichkeit
des irdischen Lebens und die Eitelkeit der künstlerischen Träume:
»Ich diene Gott, nicht den Menschen.« Rubljow hingegen setzt
auf das Volk, das immer leiden mußte: Tatareneinfälle, Hungersnöte,
Pestilenz. »Trotzdem arbeitet es weiter.« Während im Hintergrund
eine Prozession mit der Kreuztragung vorüberzieht, grübelt Rubljow:
Christi Tod sei auch eine Grausamkeit an den Menschen gewesen - er habe sie
in ihrer Not alleingelassen.
Das Fest, 1408
Wieder durchstreift Rubljow mit
seinen Gehilfen das Land. Nachts werden sie Zeugen eines orgiastischen heidnischen
Rituals. Rubijow wird, als Spion verdächtigt, von den Heiden an ein Kreuz
gebunden; ein Mädchen, Marfa, befreit ihn. Marfa hat sich in ihn verliebt,
wehrt sich aber gegen seine Bekehrungsversuche. Am Morgen jagen Schergen des
Großfürsten die Ungläubigen in einen Fluß; Marfa kann
sich schwimmend in Sicherheit bringen.
Das Jüngste Gericht, 1408
Die Arbeiten an Wandmalereien
zum Jüngsten Gericht schreiten nur schleppend voran. Rubljow hadert mit
dem Auftrag - er will die Menschen nicht erschrecken. Der Großfürst
(Jurij Nasarow) besucht die Kirche und wird Zeuge der Auseinandersetzungen unter
den Künstlern. Wenig später überfallen seine Häscher einige
Maler und Handwerker, die sich auf Wanderschaft befinden; sie stechen ihnen
die Augen aus, um zu verhindern, daß sie dem ehrgeizigen jüngeren
Bruder des Großfürsten ihre Dienste anbieten.
Der Einfall der Tataren, 1408
Um selbst den Thron besteigen
zu können, hat der Bruder des Großfürsten (in einer Doppelrolle:
Jurij Nasarow) Rußland verraten und die Tataren ins Land gerufen. Gemeinsam
mit seinen Truppen erobern die Tataren die Stadt Wladimir und richten unter
der Bevölkerung ein grauenhaftes Blutbad an. Viele Menschen flüchten
sich in die Kathedrale, aber auch sie wird von den Tataren gestürmt und
geplündert. Rubljow tötet einen russischen Soldaten, der sich an einem
schwachsinnigen Mädchen vergreifen will. Vergeblich foltern die Tataren
den Sakristan zu Tode, um an den Kirchenschatz zu gelangen. Eine Rückblende
zeigt einen trügerischen Bruderkuß: die auf Drängen des Erzbischofs
arrangierte Versöhnung zwischen den verfeindeten Brüdern, die, wie
sich jetzt zeigt, nur ein politisches Manöver war. - In der zerstörten
Kathedrale begegnet Rubljow dem Geist des toten Theophanes. Er kündigt
seine Berufung auf: er wolle nie wieder malen - »niemand braucht es.«
Am meisten aber quält ihn, daß er einen Menschen getötet hat.
Er gelobt, von nun an zu schweigen: »Den Menschen habe ich nichts mehr
zu sagen.«
Das Schweigen, 1412
In Rußland herrscht Hunger;
Tataren terrorisieren das Land. Verelendet, halb erfroren kehrt Kyrill in das
Kloster zurück. Rubljow hält noch immer an seinem Schweigegelübde
fest. Tataren kommen in den Hof des Klosters und nehmen das schwachsinnige Mädchen
(Irma Rausch) mit, das sich Rubljow angeschlossen hatte.
Die Glocke, 1423
Der Großfürst läßt
in den verwüsteten, entvölkerten Dörfern nach einem Gockengießer
suchen, der eine besonders große Glocke herstellen soll. Es findet sich
nur der junge Borischka (Kolja Burljajew) - er gibt vor, von seinem Vater das
Geheimnis des Glockengießens erlernt zu haben, und stürzt sich mit
Feuereifer in die Arbeit. Er sucht den richtigen Lehm aus, treibt die Handwerker
bei der Verfertigung der Form an und organisiert unermüdlich die komplizierten
Arbeitsvorgänge bis zum Glockenguß. Staunend verfolgt Rubljow die
umsichtige Strategie und den leidenschaftlichen Einsatz des Jungen. In Anwesenheit
des Großfürsten und ausländischer Gäste wird die Glocke
geweiht und angeschlagen; ihr reiner Klang begeistert die Menschen. Rubljow
ist von diesem Erlebnis tief berührt. Er bricht sein Schweigen und will
von nun an mit Borischka zusammenarbeiten: »Wir ziehen gemeinsam weiter.
Du wirst Glocken gießen, und ich werde Ikonen malen. Du hast den Menschen
eine große Freude bereitet.«
Die Schlußbilder des Films
zeigen in langsamen Kameraschwenks einige der schönsten Fresken und Ikonen
Andrej Rubljows, darunter die zarten Figuren der Dreieinigkeitsikone, in ihren
weichen Pastellfarben. In der letzten Einstellung ist eine Flußlandschaft
mit Pferden hinter einem dichten Regenschleier zu sehen.
Die Kunstgeschichtsschreibung
hat der Malerei Andrej Rubljows eine bahnbrechende Wirkung an der Schwelle zwischen
Spätbyzantinismus und osteuropäischer Renaissance bescheinigt. »Dieser
neue Subjektivismus des Gefühlsausdrucks kommt nicht aus Byzanz, er ist
ein Geschenk der abendländischen Kunst«, schrieb zum Beispiel Wladimir
Sas-Zaloziecky [Wladimir Sas-Zaloziecky: Die Byzantinische Kunst. Ullstein Kunstgeschichte
Band VIII, Frankfurt/M.-Berlin: Ullstein 1963, S.127]. Mit ihm ziehe in die spätbyzantinische Malerei ein »Humanisierungsprozeß«
ein, der die spätere Ikonenkunst wesentlich beeinflußt habe. »Auch
die russische Malerei mußte diese Einflüsse in sich aufnehmen und
verarbeiten.«
Etwa um 1960 öffnete sich
die sowjetische Kinematografie Einflüssen und Ideen, die bei den »Klassikern«
Eisenstein und Dowshenko, auch Pudowkin noch lebendig gewesen, in der Epoche
des Spätstalinismus jedoch unterdrückt worden waren. Man kann sich
vorstellen, welche Aspekte des Rubljow-Themas Tarkowskijs Interesse besonders
stark fesselten, als er sich 1961 mit diesem Stoff auseinanderzusetzen begann.
Sein Film wurde, mit seinem eigentümlichen Schicksal, zum Symptom einer
Übergangszeit, so wie Rubljows Kunst zum Symptom eines Übergangs und
zum Signal eines neuen Menschenbildes in der Kunst Osteuropas geworden war.
ANDREJ RUBLJOW ist Tarkowskijs Gegenentwurf zu jener bigotten Ikonenmalerei
des sozialistischen Realismus, die in den patriotischen Geschichtsfilmen der
fünfziger Jahre zu einer besonderen Form von stalinistisch-dogmatischem
Byzantinismus erstarrt war. »Humanisierung«, also die (Wieder-)Einführung
des Menschen in den historischen Prozeß, war um 1960 ein Schlagwort der
Kulturbürokratie und das Pflichtpensum der Stunde - nun kam jemand, für
den die Ehrfurcht vor dem Menschen und die Achtung der Subjektivität so
selbstverständlich waren wie die Luft zum Atmen. Wenn Rubljow, der auch
mit Fra Angelico verglichen wurde, den neuen Subjektivismus, also das Lebensgefühl
der Renaissance, als ein »Geschenk der abendländischen Kunst«
in Rußland einführte, so war dies ein häretisches Geschenk -
und gerade an dieser Häresie war Tarkowskij interessiert.
Schon der Prolog verkündet
Aufbruch, Emanzipation, die Selbstbefreiung ungestümer Sehnsüchte
aus Dumpfheit und Lebensenge, den Sprung in das Grenzenlose auch um den Preis
des tödlichen Sturzes. Der Ruf des Luftschiffers Jefim »Ich fliege
ja!« nimmt das ungläubige Staunen und das explosive Freiheitsgefühl
des »Ich kann sprechen!« im Prolog zu DER SPIEGEL vorweg; andererseits
entspricht der jähe Fall dem abrupten Schnitt, mit dem IWANS KINDHEIT aus
einer Atmosphäre idyllischen Friedens in die Kriegssituation abstürzt.
Der russische Bauer, der sich aus Schlamm und Dreck, aus den Furchen und Pfützen
seines Dorfes mit dem Ballon in die Lüfte emporschwingt, ahnt die Existenz
einer anderen Welt - wie jener »Flieger, der die Furcht nicht kennt«
in Alexander Bloks vorrevolutionärem Gedicht Der Aviator, der im »Schraubenflug« durch »goldenen Nebel«
der Sonne entgegensteigt: »Was irdisch, erscheint an die Erde gedrückt.«
[Alexander Blok: Lyrik und Prosa. Hrsg. von Fritz Mierau. Berlin
(DDR): Verlag Volk und Welt, 5.102. Die Übersetzung des Gedichts stammt
von Sarah Kirsch]
Vom Luftschiffer Jefim des Prologs spannt sich ein großer Bogen zum Glockengießer
Borischka der letzten Episode: beide verkörpern Renaissance, beide streben
nach Freiheit und Entgrenzung, beide artikulieren die Obsessionen, die Vermessenheit,
den bahnbrechend-halsbrecherischen Höhenflug der Kunst. Sie spielen mit
den hellen Möglichkeiten einer finsteren, tief an die Erde gedrückten
Zeit. Tarkowskijs Blick auf die Bedingtheiten der Kunst im ausgehenden russischen
Mittelalter ist nüchtern, materialistisch. Armut, Abhängigkeit von
kirchlichen und weltlichen Auftraggebern und klösterliche Abgeschiedenheit,
immer wieder unterbrochen von monatelangen Wanderungen zwischen den Arbeitsplätzen,
sind die sozialen Determinanten einer Kunstpraxis, die sich allein in Gott geborgen
weiß und in seiner Lobpreisung ihre Berufung sucht. Dieses irdische Jammertal
schreit nach Transzendenz, und die Künstler sind ihre Vermittler. Aber
sie wären es nicht, wenn sie nicht auch Handwerker wären, Schwerarbeiter
wie der Gaukler, den die Bauern schätzen, weil er sich abrackert wie sie
selbst, und der in einer kurzen Einstellung mit nacktem Oberkörper wie
ein Bild des Gekreuzigten im Türrahmen steht: auch er ein Besessener, ein
gestutzter und von den Ordnungskräften verfolgter Höhenflieger, ein
Mann der Kunst. Wie er sind die Maler, die Bauleute und Steinmetze auf Gnade
und Ungnade brutalen Fürsten und tyrannischen Bischöfen ausgeliefert:
wie er ziehen sie bettelnd und darbend durch das ausgehungerte Land.
Felicitas Allardt-Nostitz, die
sich um den Nachweis bemüht hat, daß die deutsche Romantik nirgendwo
»ein so sichtbares Nachleben wie in Tarkowskijs Kino« [Turowskaja,
Allardt-Nostitz, a. a.0., 5.107]
führe, sieht in der Odyssee Rubljows und seiner Gefährten durch Rußlands
Mittelalter vor allem eine Neuauflage des romantischen Künstlerromans mit
seinen umgetriebenen Helden. Tarkowskij war, wie viele russische Intellektuelle
seit dem 19. Jahrhundert, ein hervorragender Kenner der deutschen Romantik,
und ihre Spuren sind auch in seinen Filmen zu finden. Gleichwohl ist es überspannt,
Tiecks Franz
Sternbalds Wanderungen oder Novalis' Heinrich von Ofterdingen gleichsam zu Ur-Drehbüchern der Filme Tarkowskijs zu erklären
[In ihrer STALKER-Interpretation spricht F. Allardt-Nostitz, a.
a.0., S.137, ausdrücklich von Regieanweisungen in Novalis' Heinrich
von Ofterdingen, die Tarkowskij minutiös befolgt habe]. Nicht Wackenroders Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders, sondern russische Erfahrung
und russische Geschichte haben die Filmgestalt Rubljow geformt, und die Bildwelt
russischer Dichtung hat den schwarzweißen Landschaftsräumen dieses
Films ihr spezifisches Licht und ihre Stimmungen verliehen - Bilder wie aus
Bloks Gedichtzyklus Auf
dem Kulikowo-Feld:
»Breit liegt der Fluß vor mir. Mit träger Wehmut/Wäscht
er die Ufer./Über dem lehmgelben Steilhang/Trauern in der Steppe die Heuschober.«
[Alexander Blok: Lyrik und Prosa. Hrsg. von Fritz Mierau. Berlin
(DDR): Verlag Volk und Welt, 5.102. Die Übersetzung des Gedichts stammt
von Sarah Kirsch. Auf dem Kulikowo-Feld besiegte 1380 Großfürst Dimitri
Iwanowitsch Donskoi von Moskau die Tataren. - Turowskaja, a. a.0., S.49,
teilt mit, daß Tarkowskij lange gehofft habe, diese Entscheidungsschlacht
drehen zu können; aus Kostengründen habe er den Plan aufgeben müssen.
Das aber führte offenbar wiederum zu politischen Schwierigkeiten: »Paradoxerweise
stellte sich heraus, daß gerade das Fehlen der Kulikowo-Episode, deren
Kosten das ohnehin schon imposante Filmbudget gesprengt hätte, dazu beitrug,
die Premiere von RUBLJOW zu verzögern.«] Und
nicht Seelenqualen treiben Rubljow und seine Freunde auf die Wanderschaft, sondern
nackte Existenznot, die Willkür der Auftraggeber und die Folgen von Fremdherrschaft
und Bürgerkrieg.
Das soziale und politische Schlachtfeld
des alten Rußland wird in diesem Film zum Terrain eines erregenden Diskurses
über den Sinn der Kunst und den Auftrag des Künstlers, über Wirklichkeit
und Abbild und über das Wesen jener Wahrheit, die in der künstlerischen
Form aufblitzt und die Menschen zu berühren, sie vielleicht zu verändern
vermag. In der Auseinandersetzung zwischen Rubljow und Theophanes dem Griechen
verbergen sich eine theologische und eine abbildtheoretische Debatte - beider Zentrum
aber ist letztlich das Verhältnis zum irdischen Jammertal, also zur sozialen
Frage. Kirchengeschichtlich gesehen, flammt in ihrer Diskussion der alte Bilderstreit
des 8. Jahrhunderts, der Kampf zwischen Ikonoklasmus und Idolatrie auf dem Zweiten
Konzil von Nicäa (787) wieder auf: Theophanes' Kernsatz »Ich diene
Gott, nicht den Menschen« widerlegt, streng genommen, seine eigene Praxis
als Maler und bestätigt ex post den Rigorismus der Bilderstürmer.
Rubljow hingegen rückt nachdrücklich den Menschen in den Mittelpunkt
seiner Orientierung. Wenn das Wesen der Ikone, nach neuplatonischem Denken,
von der Ähnlichkeit zwischen Abbild und (göttlichem) Urbild, von der
Betrachtung des Sichtbaren als Schlüssel zum Unsichtbaren gekennzeichnet
ist, dann verlagert sich in Rubljows Position der Akzent deutlich auf das Abbild,
auf das Sichtbare und auf das ästhetische Problem der Ähnlichkeit,
kunsthistorisch also auf das Programm des Realismus.
Keineswegs würde Rubljow
von jenem Grundverständnis sakraler Kunst abrücken, daß Sehen
Erkennen bedeute: die Wahrnehmung des Unendlichen in der Erscheinung des Endlichen.
In der »kathartischen Kraft des Blickes« (so drückte es ein
französischer Kritiker aus [Vincent Pelissier, Tahsin Celal, in: Positif, Nr.312, Februar
1987, S.28])
leuchtet aus der Materialität des Bildes blitzhaft und visionär die
Schau einer immateriellen, unendlichen, rational nicht begreifbaren Transzendenz:
dies ist das Wesen der Ikone. Tarkowskij selbst erweist sich als Anhänger
dieses neuplatonisch-frühchristlichen Denkens, wenn er schreibt, Kunst
mache »das Unendliche erfahrbar«, sie arbeite »mit den Hieroglyphen
der absoluten Wahrheit« [Andrej Tarkowskij: Die versiegelte Zeit. Berlin, Frankfurt: Ullstein
1985, S.44f.]
Das ist auch für Rubljow fraglose Voraussetzung. Seine Aufmerksamkeit,
ja seine Liebe aber wendet er - anders als Theophanes - denen zu, die betrachten,
erfahren und erkennen sollen: dem Volk. In der Geschichte immer wieder unterlegen,
geschlagen und gedemütigt, arbeitet es unermüdlich an einer Verbesserung
der geschichtlichen Bedingungen. »Das Volk hat immer wieder Ungemach ertragen:
Tatareneinfälle, Hungersnöte, Pestilenzen. Trotzdem arbeitet es weiter.«
In diesen Sätzen konzentrieren sich Rubljows Verhältnis zu Welt und
Wirklichkeit, sein progressiver Blick auf die Bewegkräfte der Geschichte,
seine Neugier für die Realität und seine Leidenschaft für den
Realismus in der Kunst.
Die Parteinahme für die Erniedrigten
und Beleidigten verleitet ihn gar zu einer politischen Neuinterpretation der
Passionsgeschichte mit ketzerischen Untertönen. Aus machtdiplomatischem
Kalkül haben die Pharisäer die Unwissenheit des Volkes mißbraucht,
um Christus zu kreuzigen. Und Christus selbst? War sein Tod, recht diesseitig
betrachtet, nicht ein Verrat an den Menschen, die an ihn geglaubt und ihre Hoffnung
auf seine weltliche Mission gesetzt haben? Hat er sich, populär ausgedrückt,
nicht einfach aus dem Staub gemacht, die Armen und Ausgebeuteten im Stich gelassen?
Und ist - weitere Ketzerei - das schwachsinnige Mädchen wirklich eine Sünderin,
weil sie die Kirche unbedeckten Hauptes betritt? Rubljow zitiert den ersten
Korinther-Brief: »Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen redete und hätte
der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.«
Und: »Die Liebe ist langmütig und freundlich ... Sie freut sich nicht
der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit. «[Brief des Paulus an die Korinther, 13. Kap. 1, 4 und 6] Kurz zuvor hat er, im Namen der
Menschenliebe, sich dem bischöflichen Auftrag entzogen, das Jüngste
Gericht zu gestalten. »Mir widerstrebt es, so etwas zu malen. Ich will
nicht die Menschen erschrecken.« Gerade darin aber sieht die Orthodoxie den ideologischen Auftrag
der Kunst: das von Natur disziplinlose Volk durch Bilder des Schreckens gleichzuschalten,
ihm zu drohen, seine rebellischen Instinkte mit Mitteln der Dauerpropaganda
in Schach zu halten.
»Der Russe duldet und erträgt
alles«, wird Rubljow später resigniert feststellen, wenn er sich
ins Schweigen zurückzieht und beschließt, nie wieder den Pinsel zur
Hand zu nehmen. Gewiß ist der akute Anlaß das Erschrecken über
sich selbst: darüber, daß er imstande war, einen Menschen umzubringen.
Ausschlaggebend für seinen Rückzug ins Kloster, für seine »innere
Emigration« in einer aus den Fugen geratenen Welt aber ist seine Verzweiflung
am Menschen (nicht etwa an Gott), sein Entsetzen über die ihm innewohnenden
destruktiven Triebe und seine Enttäuschung über die Lethargie der
Massen. Verzweiflung am Menschen aber ist heilbar, und die Therapie ist abermals
diesseitige Erfahrung: der junge Glockengießer Borischka, dieser schmächtig
gebaute Aktivist einer neuen Epoche, vermittelt Rubljow die Erkenntnis, daß
die Kräfte des Geistes, daß Zielstrebigkeit und Opferbereitschaft
über die rohe Materie - und über die rohen Kräfte der Geschichte
- immer wieder den Sieg davontragen werden.
M.J.Turowskaja hat über den
vom Borischka-Darsteller Burljajew repräsentierten russischen Menschentypus
eine bemerkenswerte Mitteilung gemacht: er habe sich zu Beginn der dreißiger
Jahre herausgebildet, im Zeichen der von Stalin gewaltsam vorangetriebenen Industrialisierung.
»Ebenso besessen und uneigennützig wie Borischka, das eigene und
fremdes Leben riskierend, keinerlei materielle oder sonstige Privilegien erwartend,
haben die Organisatoren der Fünfjahrespläne ... die Industrialisierung
durchgeführt. Sie schufen sie nahezu aus dem Nichts und kannten nur eine
Triebfeder: den legitimen sozialen Auftrag.«[Maja Josifowna Turowskaja, Felicitas Al(ardt-Nostitz: Andrej
Tarkowskij. Film als Poesie - Poesie als Film. Bonn: Keil 1981, a.a.O., S.47] Borischka verkörpert somit
den idealen Komsomolzen, der - von fragiler Gestalt und gleichzeitig von stählernem
Willen - davon überzeugt ist, als Motor der Geschichte aus dem Nichts die
Form einer neuen Zeit und einer besseren Zukunft zu schaffen; in ihm lebt zumindest
eine Ahnung jenes »neuen Menschen«, der in den Produktionsschlachten
der dreißiger Jahre propagiert und gleichzeitig in furchtbarer Weise Lügen
gestraft wurde.
In solchen eher untergründigen
Beziehungen erweist sich Tarkowskijs Film als sehr modern, gibt sich das Tableau
mittelalterlicher Geschichte als Parabel über das Rußland des 20.
Jahrhunderts zu erkennen - ein Rußland, das Bürgerkrieg, Zwangskollektivierung
und faschistische Okkupation erlebt und überstanden hat. Von der brutalen
Festnahme des Gauklers über die Hinrichtungs- und Folterszenen bis zu den
Mordorgien der Tataren blättert Tarkowskij das Buch einer gewaltförmigen,
qualvoll aus Barbarei geborenen Geschichte auf. Natur, pantheistisch durchwirkt
als Werkbank Gottes, ist auch die Schlachtbank der Völker und zeigt - wie
in den Gedichten Bloks über die Tatarenkriege - die Spuren einer von Menschen
gemachten, von Menschen verunstalteten Geschichte: »Auf dem Wege der brennende
weiße Stein./Hinter dem Flusse die heidnische Horde./.../Und wieder neigen
sich in alter Trauer/Die Steppengräser rings zur Erde ... «[Blok,
a.a.O., S.153 und 155]
Rubljow und seine Gefährten
ziehen durch ein in tiefer Ländlichkeit brütendes Land, das zwischen
Apathie und Aufruhr darauf wartet, geboren zu werden, aus Wald, Sumpf und Nebel
seine nationalen Konturen zu bilden. Ein Land der »Zaubrer und zottigen
Hexen«, das Blok in seinem Zyklus Erdblasen beschworen hat: »Das Moor ist die tiefe Höhle eines
riesigen Auges der Erde.« [Blok, a. a.0., S.42. Übersetzung von Ilse Tschörtner] Das schlammdurchzogene Dickicht,
in dem Rubljow, Fomka und Theophanes erschöpft Rast machen, erinnert an
den gefahrvollen Sumpf in IWANS KINDHEIT - und es antizipiert auch schon die
Zone in STALKER, Territorium der Anfechtungen und der Bewährung. Die »Zonen«
Tarkowskijs sind Krisengebiete, aber auch Gegenden voller Übergänge
und Möglichkeiten: in den Mooren Rußlands träumt das »riesige
Auge der Erde« vom Anbruch einer neuen Zeit. In Nacht und Wald bildet
das Heidentum seine Enklaven; Fackeln auf dem Fluß und die Schemen nackter
Menschen verraten Abseitiges und Nichtgeheures, ein verstecktes Reich der Sinne
und kultischer Exzesse, in denen unterdrückte Sexualität irrlichternd
aufbegehrt - Widerstandsnester einer archaisch-subversiven Anti-Kultur, die
das asketische Welt- und Menschenbild der Orthodoxie im gleichen Maße
in Frage stellt wie der Emanzipationsprozeß des menschlichen Körpers
in der Malerei der westeuropäischen Renaissance.
ANDREJ RUBLJOW wurde vielfach
ein dokumentarischer Charakter zugesprochen - eine stilistische Errungenschaft,
die vielleicht genauer
in Tarkowskijs eigenen Worten als »physiologische
Authentizität« [zit. n. Turowskaja, a.a.0., S. 52]
zu bestimmen ist: ein sinnliches Interesse am Gegenstand, das Geschichte nicht
im Sinne archäologischer Detailtreue rekonstruiert, sondern sie als atmosphärisch
dichte Struktur erfahrbar macht. Tarkowskij transponiert den »neuen Realismus«
Rubljows radikal in die Bildsprache des Films; wie Rubljow steht er dabei in
Opposition zum offiziellen ästhetischen Kanon. Andererseits bedeutet die
Entscheidung für Schwarzweiß auch eine Reduktion: der Verzicht auf
Farbe beläßt den Bildern eine hieroglyphische Kargheit, die einbekennt,
daß der Naturalismus des Bildes das reiche Leben der Vergangenheit so
wenig »einholen« kann wie die Ikone das Licht der absoluten Wahrheit.
Aber schon in diesem frühen Film arbeitete der Regisseur an einer »metaphorischen
Authentizität«, die das Physiologische in seiner ganzen Fülle
in sich aufnimmt und es zugleich aus seinen raumzeitlichen Bindungen herauslöst.
Wenn durch das Dach der zerstörten Kathedrale von Wladimir auf die umherliegenden
Leichen, auf den einsamen Rubljow, auf ein herrenloses Pferd und das schlafende
Mädchen langsam Schnee herabfällt, besteht die Suggestionskraft dieses
Bildes darin, daß die Realität sich gerade nicht ins Vage-Traumhafte
verflüchtigt, sondern ihren dichtesten Aggregatzustand findet. Die Zeit
hält den Atem an; Anschauung wird zu einer körperlich fühlbaren,
unser ganzes Wesen umgreifenden Tätigkeit.
Klaus Kreimeier
Dieser Text ist
zuerst erschienen in: Andrej Tarkowskij; Band 39 der (leider eingestellten) Reihe Film, herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Kinemathek
von Peter W. Jansen und Wolfram Schütte im Carl Hanser Verlag, München/Wien
1987, Zweitveröffentlichung in der filmzentrale mit freundlicher Genehmigung
des Carl Hanser Verlags
Zu diesem Film gibt's im archiv der filmzentrale mehrere Texte
ANDREJ
RUBLJOW
Andrej
Rubljow.
UdSSR
1964-66
Regie:
Andrej Tarkowskij, Buch: Andrej Michalkow-Kontschalowskij, Andrej Tarkowskij.
- Kamera: Wadim Jusow. - Schnitt: Ljudmila Fejginowa, T. Jegorytschewa, O.Schewkunenko.
- Ton: I. Seleznowa. - Musik: Wjatscheslaw Owtschinnikow. - Bauten: Jewgenij
Tschernjajew; Mitarbeit: I.Nowodereschkin, S.Woronkow. - Kostüme: L. Nowi,
M. Abar-Baranowska. - 2. Regie: I. Petrow. - Regie-Assistenz: Bagrat Oganesjan,
A. Matscharet, M. Wolowitsch. - Spezialeffekte: W.Sewostjanow. - D: Anatolij
Solonizyn (Andrej Rubljow), Iwan Lapikow (Kyri11), Nikolaj Grinko (Danül
Tschornyj, der Schwarze), Nikolaj Sergejew (Theophanes, der Grieche), Irma Rausch
(Närrin), Nikolaj Burljajew (Borischka), Jurij Nasarow (Großfürst/Jüngerer
Bruder des Großfürsten), Rolan Bykow (Gaukler), Bolot Ejsenalew (Tatarenkhan),
Juri Nikolin (Patrik), Michail Kononow (Fomka), S. Krylow (Glockengießer),
Sos Sarkisjan (Christ), N. Grabbe, B. Matysik, A. Obuchow, W. Titow, N. Glaskow,
K. Aleksandrow, S. Bardin, I. Bykow, G. Borisowskij, W. Wassiljew, S. Workul,
W. Wolkow, A.Titow, LMiroschnitschenko, T.Ogorodnikowa. - Produktion: Mosfilm.
- Produktionsleitung: T.Ogorodnikowa. - Drehzeit: 9.9. 1964 - November 1965.
- Format: 35 mm, sw und Farbe (Sowcolor). – Original-Länge, Deutsche Länge:
185 min; 1.Teil: 86 min; 2. Teil: 99 min. - Uraufführung: Ende 1966, Moskau;
- Kinostart: 17.2. 1969, Dom Kino, Moskau; Wiederaufnahme: 19.10. 1971. - Erste
Aufführung außerhalb der UdSSR: Mai 1969, Filmfestspiele Cannes (Außer
Konkurrenz). – Deutsche Erstaufführung: 13.8. 1973 (ZDF). - Verleih: Freunde
der deutschen Kinemathek (35 mm, Originalfassung mit deutschen Untertiteln);
Atlas (16 mm).
Tarkowskij
fertigte verschiedene Schnittfassungen des Films. Die erste Fassung war 5642
m lang, die zweite Fassung 5250 m, die dritte Fassung, die identisch ist mit
der in Cannes gezeigten Version, 5076 m lang (185 min). - Der Film kann zunächst
in der Sowjetunion nicht gezeigt werden, gelangt erst 1969 für kurze Zeit
in die moskauer Kinos und erst 1971 in den Verleih. 1973 wird der Film für
den Export freigegeben. - Friedrich Gorenstein ist ungenannter Co-Autor der
Szene des Treffens zwischen Rubljow und Theophanes.
zur startseite
zum archiv